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Oliver Grote
Die griechischen Phylen. Funktion - Entstehung - Leistung
 
Stuttgart: Franz Steiner 2016, 284 S., EUR 52.00

Bei den Phylen handelte es sich um die bedeutendsten Untereinheiten der griechischen Poleis. Das zeigt sich vor allem an ihrer Einbettung ins politische Gefüge der jeweiligen Gemeinde: Als in der archaischen Zeit neue Formen der politischen Beteiligung entstanden, erfolgte die Verteilung politischer Ämter und Befugnisse häufig mittels einer reformierten Phylenordnung. Wenngleich das vornehmliche Ziel solcher Maßnahmen sicherlich die Wahrung des inneren Friedens darstellte, leisteten die Phylen noch viel mehr. Die Praxis, segmentierte Bürgerverbände durch sie institutionell, vor allem aber im täglichen Betrieb mit dem politischen System zu verknüpfen, führte in vielen Poleis zur Ausprägung einer ganz eigenen Form von Staatlichkeit.

Zehn Einzelstudien zu Städten des dorischen und ionischen Raums bilden die Grundlage für eine systematische Analyse der Phylen. Darüber hinaus macht Oliver Grote einen Vorschlag zu ihrer Entstehung, der die gängigen Extrempositionen überwindet: Die Phylen waren demnach weder reine Relikte aus der Wanderungszeit noch gänzlich neue Schöpfungen im Zuge der Polisbildung – vielmehr entwickelten sie sich schon früh aus den verschiedenen Phasen der Besiedlung und der damit einhergehenden heterogenen Bevölkerungsstruktur der Gemeinden.

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