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Martin Antonius Menze
Heliodors 'klassische' Ekphrase. Die literarische Visualität der Aithiopika im Vergleich mit ihren Vorläufern bei Homer und Herodot sowie ihrer Rezeption bei Miguel de Cervantes
 
Münster: Aschendorff Verlag 2017, X+360 S. (= Orbis antiquus Bd. 51), EUR 52.00

Heliodors zwischen dem 3. und 4. Jh. n. Chr. verfasster Roman, die Aithiopika, darf gewiss als der komplexeste der antiken Romane bezeichnet werden. Er erfreute sich insbesondere im 16. und 17. Jh. einer sehr großen Beliebtheit und breiten Rezeption.

Als Schöpfung der Zweiten Sophistik weist Heliodors Roman zeitgenössische literarische Besonderheiten auf, darunter nicht zuletzt die Vorliebe für teils ausladende visualisierende Beschreibungen bzw. Ekphrasen. Diese sind bezüglich ihrer sprachlich-stilistischen Gestaltung sowie ihrer Funktionen für Erzählung und Leser weitgehend als kreative Nachahmung klassischer Ekphrastik, etwa aus dem homerischen Epos oder der herodoteischen Historiographie, sowie als Umsetzung antiker literaturtheoretischer Normen zu begreifen. Jahrhunderte später wiederum wird Heliodors Roman zum Klassiker und hinsichtlich seiner Ekphrastik von Miguel de Cervantes nachgeahmt.

Um diese literaturgeschichtlichen Zusammenhänge zu untersuchen und diachrone Gemeinsamkeiten sowie individuelle Eigenarten der einzelnen Autoren aufzuzeigen, bedient sich die vorliegende Studie einer ausgehend von antiken und modernen Theorien zur visualisierenden Beschreibung resp. Ekphrase entwickelten Methodik und legt ein repräsentatives Textmaterial zugrunde. Dazu zählen vor allem eine umfassende Anzahl von Ekphrasen aus den Aithiopika, aus Homers Odyssee und Herodots Historien als klassischen Vorläufern des antiken Romans sowie aus Miguel de Cervantes’ in erklärter wetteifernder Imitation Heliodors verfasstem Werk Los Trabajos de Persiles y Sigismunda.

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