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Andreas Hofeneder (Hg.)
Appians Keltiké. Einleitung, Text, Übersetzung und Kommentar
 
Wien: Holzhausen 2018, 512 S. (= Tyche Supplemente Bd. 9), EUR 65.00

Appians Keltiké, das vierte Buch seiner vierundzwanzig Bücher umfassenden Römischen Geschichte, behandelt die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Römern und Kelten, beginnend mit dem von Brennus geführten Angriff auf Rom bis hin zur Eroberung Galliens durch Caesar.

Die Keltiké, obgleich nur bruchstückhaft erhalten, stellt eine wertvolle Quelle für die Geschichte der Kelten sowie der römischen Republik dar, denn sie bietet eine Reihe von Informationen, die entweder sonst nirgends belegt sind oder die sich deutlich von den bei anderen Autoren überlieferten Traditionen unterscheiden, da Appian für seine Darstellung auf heute weitgehend verlorene Historiker zurückgegriffen hat. Um so verwunderlicher ist es, daß bislang noch kein Kommentar zur Keltiké veröffentlicht wurde. Dieses Defizit will die vorliegende Publikation beheben: Nach einer kurzen Einleitung folgt der eigentliche Kommentar, in dem zunächst von jedem Fragment der Originaltext und eine Übersetzung geboten wird. Daran schließt sich eine Analyse, die die einzelnen Zeugnisse in möglichst umfassender Weise auswertet. Dabei wird nicht nur die Überlieferung für jedes Fragment diskutiert, wozu die Eigenheiten und die Arbeitsweise der verschiedenen byzantinischen Exzerptoren genauestens untersucht wurden, sondern auch die sehr kontrovers verhandelte Quellenfrage. Ferner wird der historische Zusammenhang, in den das jeweilige Bruchstück gehört, vorgestellt, wofür die gesamte antike Parallelüberlieferung herangezogen werden mußte. Die Übereinstimmungen wie auch die Abweichungen zur übrigen literarischen Evidenz wurden herausgearbeitet, um Appians Position innerhalb der historiographischen Traditionen besser bestimmen zu können. Schließlich wurden mehrfach Überlegungen zum Inhalt der verlorenen Teile der Keltiké angestellt.

Der vorliegende Kommentar erfüllt zunächst ein Desiderat der Appianforschung, indem er eine Lücke in der wissenschaftlichen Aufarbeitung dieses Autors schließt. Aber auch die Forschung zur römischen Republik und den antiken Kelten kann von der Arbeit profitieren, mit der eine wenig beachtete Quelle erstmals gründlich erschlossen wird.

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