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Markus Mülke
Aristobulos in Alexandria. Jüdische Bibelexegese zwischen Griechen und Ägyptern unter Ptolemaios VI. Philometor
 
Berlin/Boston: De Gruyter 2018, 660 S. (= Untersuchungen zur antiken Literatur und Geschichte Bd. 126), EUR 119.95

Unter Ptolemaios VI. Philometor (180–145 v. Chr.) verfaßte der jüdische Autor Aristobulos in Alexandria eine umfängliche Schrift, welche er an den Herrscher selbst adressierte und der rechten Auslegung des Pentateuch widmete. Die nur wenigen erhaltenen Fragmente erlauben noch heute einen facettenreichen Einblick in die frühe Phase jüdischer Bibelexegese – 200 Jahre vor Philon, im Spannungsfeld zwischen alexandrinischen Griechen und Ägyptern. Aristobulos, der älteste noch überlieferte außerbiblische Exeget griechischer Sprache überhaupt, versteht die Bücher Mose als zwar göttliche und daher heilig-erhabene, zugleich aber durch den Propheten sprachlich vermittelte Offenbarung und etabliert unter intensiver, gleichwohl kritischer Nutzung griechisch-hellenistischer Gelehrsamkeit eine exegetische Methode, die er selbst an entscheidenden Stellen wie den biblischen Anthropomorphismen als metaphorische kennzeichnet. Politische Bedeutung hat seine Schrift dadurch, daß er gegenüber dem Herrscher dem biblischen Nomos Gottes hintergründig, aber unmißverständlich theologisch und ethisch Vorrang einräumt vor konkurrierenden Ansprüchen sowohl der griechischen als auch der ägyptischen Religion und Philosophie.

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