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Peter Kotar
Der syrische Alexanderroman. Eine Untersuchung über die Beziehungen des syrischen zum griechischen Alexanderroman des Pseudo-Kallisthenes
 
Hamburg: Dr. Kovac Verlag 2014, 582 S. (= Schriften zur Kulturgeschichte Bd. 28), EUR 118.80

Der syrische Alexanderroman gilt als ein Hauptvertreter des orientalischen Zweiges der Romanliteratur über Alexander den Großen. Seine Entstehungszeit, seine Vorbilder und seine Besonderheiten sind seit über einem Jahrhundert Gegenstand kontroverser Diskussionen. Das Buch greift die unterschiedlichen Meinungen zum syrischen Alexanderroman auf und versucht durch Vergleich mit dem ihm nächsten Vorgänger, dem griechischen Alexanderroman der Version a, die strittigen und offenen Themen neu zu behandeln. Durch umfassende Einbeziehung des kulturellen, historischen und philologischen Umfeldes des Romans werden neue Deutungsmöglichkeiten erschlossen. Die Analyse der Zusätze und Weglassungen im syrischen Roman gegenüber dem griechischen geben Aufschluss über die Datierung, über seinen Autor bzw. Übersetzer und sein Publikum. Die zahlreichen Entlehnungen von Erzählgut aus dem griechischen Mythos, die Einschübe von biblischen Zitaten aus dem Alten und Neuen Testament, philosophisches Gedankengut aus Philosophien des Hellenismus und Hinweise auf den Mithraskult und Zoroastrismus werfen ein neues Licht auf den syrischen Alexanderroman. Gerade diese Besonderheiten eröffnen neue Interpretationsmöglichkeiten und können als Ausgangspunkt für weitere spezifische Untersuchungen zu speziellen Themen dienen. Reisefabulistik, Schilderungen von Wunderwesen und phantastischen Begebenheiten wechseln sich mit genauen geographischen Beobachtungen und Wegbeschreibungen ab. Genaue Landschaftsbeschreibungen lassen auf gute Kenntnisse der Ostgebiete des Sasanidenreiches und Indiens schließen. Die vielfach vermutete Vorlage eines persischen Alexanderromans für den syrischen lässt sich nicht eindeutig ableiten wohl aber aus philologischen Erwägungen vermuten. Der syrische Alexanderroman war einem klassisch-griechisch gebildeten christlichem Publikum gewidmet und darf, wie der Vergleich oft zeigt, keineswegs, als „Machwerk eines traurigen Gesellen, der vielfach die Glieder falsch einsetzte“ abgetan werden. Sehr wohl ergibt die Untersuchung dass der der syrische Alexanderroman ein Stück Unterhaltungsliteratur mit gelehrten Absichten ist.

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