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Dietmar Kurapkat/Peter I. Schneider u.a. (Hgg.)
Die Architektur des Wege. Gestaltete Bewegung im gebauten Raum
 
Regensburg: Schnell und Steiner Verlag 2014, 476 S. (= Diskussionen zur Archäologischen Bauforschung Bd. 11), EUR 86.00

Die Wahrnehmung von Architektur - sei es eines Innenraumes, eines Gebäudes oder einer ganzen Stadt - ist untrennbar mit Bewegung im Raum verbunden. Dies ergibt sich aus der Tatsache, dass Architektur in der Regel nicht von einem einzelnen Stand- und Blickpunkt aus, sondern in Form dynamischer Perzeptionsprozesse erfasst wird, d. h. während der Annäherung an ein Gebäude bzw. eine Raumsituation, beim Betreten oder beim Durchschreiten. Eine architektonisch qualitätvoll gestaltete Wegeführung kann sich dabei den Bewegungstrieb des Menschen zunutze machen, die Lust durch immer neue Standpunkte eine Folge von wechselnden Bildern zu erleben und so mit der Zeit den Raum in allen seinen Facetten zu begreifen. Um Architektur sinnlich erfahren zu können, muss sie demnach begangen, müssen Standpunkte verändert werden. Der Erschließung von Architektur und damit dem Weg durch die gebaute Umwelt kommt für das Raumverständnis somit eine zentrale Bedeutung zu. Während diese in der Kunst- und Architekturgeschichte für die Architektur der Neuzeit erfolgreich untersucht wurde und auch zu einem neuen Raumverständnis beigetragen hat, ist dies für die Antike, weitgefasst von der Frühgeschichte bis in die Spätantike, bislang selten in einer diachronen, kulturübergreifenden Betrachtungsweise erforscht worden.
Mit den 31 Beiträgen des Band 11 der Diskussionen zur Archäologischen Bauforschung wird der Versuch unternommen, diesen Ansatz auch auf antike Architektur anzuwenden. Es wird untersucht, wie Volumen positioniert und zueinander in Beziehung gesetzt werden, um Räume zu gestalten und Bewegungsabläufe zu lenken, wie Innenraum und Außenraum isoliert oder perforiert werden, um eine gegenseitige Durchdringung zu ermöglichen bzw. Wege zu versperren und so Bewegungsabläufe zu strukturieren, mit welchen gestalterischen Mitteln Bewegung in Räumen be- und entschleunigt, gefördert oder in sonstiger Weise beeinflusst wird, und in welchem Zusammenhang Nutzungs- und Bewegungskonzepte
unterschiedlicher Anlagen stehen. Die architektonische Gestaltung von Wegen wird dabei als eine historische Quelle verstanden, deren Untersuchung zur Identifikation und Rekonstruktion der Erlebnisqualitäten antiker Architektur beitragen kann. Das Phänomen Weg wird in unterschiedlicher Skalierung schwerpunktmäßig anhand antiker Architektur im Mittelmeerraum, aber auch anhand von Baubefunden aus dem vorderasiatischen Neolithikum, dem Alten Orient, dem pharaonischen Ägypten sowie dem präkolumbischen Südamerika und aus islamischer
Zeit thematisiert.

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