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Hans Jürgen Arens
Herodes I. – Wegbereiter des Christentums. Wirtschaft und Politik zur Zeit der Herodes-Dynastie in Palästina
 
Hamburg: Verlag Dr. Kovac 2014, 158 S. (= Studien zur Geschichtsforschung des Altertums Bd. 29), EUR 75.80

Herodes I., der Große, steht im Zentrum des Interesses von Archäologen, Historikern und Theologen. Archäologen sind tief beeindruckt vom Bauvolumen und der Baukunst, die Herodes förderte. Er gilt ihnen als einer der bedeutendsten Bauherren der ganzen Menschheitsgeschichte. Geisteswissenschaftler sehen in Herodes I. überwiegend den Despoten, der vorgeblich die ohnehin verarmte Bevölkerung seines Herrschafts­gebietes noch durch eine enorme Steuerlast ausgepresst habe. Die Fakten entsprechen diesen Mutmaßungen nicht. Die Steuerpolitik von Herodes I. war maßvoll. In die Geschichte ging das Privileg des Kaisers Augustus für Herodes I im Jahre 8 v. Chr. ein, eine Grund- und Kopfsteuer zu erheben: Dies begründet den Gang der Familie des Josef und seiner Verlobten Maria von Nazareth nach Betlehem, wo Mitglieder der Familie „David“ persönlich Grundbesitz anzugeben hatten. Die wesentlichen Finanzmittel für seine Baumaßnahmen in seinem Herrschaftsgebiet und im östlichen Teil des Imperium Romanum erwarb Herodes I. jedoch durch gezielte Handelspolitik und den Ausbau von Wirtschaftskonglomeraten, wie z.B. den Handel mit Kupfer und Zinn für Bronzeprodukte; Bronze besteht aus Kupfer und Zinn. Der Talmud beschreibt diese wichtigen Handelsverbindungen nach „Kasteron“, die keltischen Regionen Cornwall und Devon, wo Kasteron, „Zinn“, gefördert wurde.

Herodes I. baute mit modernster Technik in das offene Meer hinein den Hafen Caesarea Maritima. Dieser wurde der Hauptumschlagplatz, Logistisches Dienstleistungszentrum – hub -, für das Handelsvolumen der Luxusgüter des Orients für das Römische Reich. Mit den Getreide­lieferungen von Ägypten nach Rom erwarb Herodes I. eine zusätzliche Monopolstellung. Der Warenstrom wurde durch ein ausgeklügeltes Beziehungs-, Geld- und Bankensystem ermöglicht. Die Handels­verbindungen pflegten die Diaspora-Juden an den Haupthandelsplätzen der damaligen Welt. Die Zahl der Juden, die in der Diaspora lebten, war mehrfach größer als die jüdische Bevölkerung im Palästina dieser Zeit. Handelszentrum im Sinne eines World Trade Centers (WTC) war der Palast von Herodes I. im Hafen von Caesarea Maritima. Das Land war sehr wohlhabend. Herodes I. war der drittmächtigste Herrscher im Imperium Romanum. Galiläa am See Genesaret hatte Anteil am Reichtum des Landes. Jesus fand seine ersten Jünger bei Söhnen mittelständischer Fischereiunternehmer. Diese verkauften die im Römischen Reich als Delikatessen begehrten Fische des Sees „weltweit“. So wurde es ihnen ermöglicht, die „Frohe Botschaft“ des Jesus von Nazaret durch Nutzung bestehender intensiver Handelsbeziehungen in das damalige Imperium Romanum zu verbreiten.

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