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Paul Schrott
Plutarchs Philopoimen und Titus Quinctius Flamininus. Eine philologisch-historische Kommentierung
 
Hamburg: Verlag Dr. Kovac 2014, 864 S. (= Schriftenreihe altsprachliche Forschungsergebnisse Bd. 10), EUR 149.80

„Wir schreiben nämlich keine Geschichtswerke, sondern Lebensbeschreibungen.“ (Plut. Alex. 1, 2)

Mit dieser Feststellung bekennt sich Plutarch von Chaironeia (ca. 45 – 120 n. Chr.) zur Gattung der Biographie. Zweifellos markieren die Parallelbiographien aus der Feder dieses Autors den Höhepunkt des antiken Bios. Plutarch verbindet dabei stets einen griechischen mit einem römischen Staatsmann, um deren Lebensläufe zu vergleichen und sein Publikum durch die historischen Beispiele moralisch zu unterweisen.

Innerhalb der Parallelbiographien stellt die Verbindung des achaiischen Bundesfeldherrn Philopoimen und des römischen Konsuls Titus Quinctius Flamininus den einzigen Fall dar, dass sich die beiden beschriebenen Personen wirklich begegneten. Der Grieche und zugleich römische Bürger Plutarch thematisiert in diesen Viten die Eroberung (bzw. Befreiung) Griechenlands durch die Römer und ihre Auswirkungen bis in seine vom Imperium Romanum geprägte Gegenwart.

Dadurch wird diese Syzygie zu einer Schnittstelle im Werk Plutarchs. In der Tat zeigt sich, dass der Biograph die geschichtliche Vorlage entsprechend seiner eigenen Intentionen verändert hat: Der Grieche Philopoimen wird als Römer, der philhellene römische Eroberer als Grieche dargestellt. Zudem sind beide Viten von Plutarch (fast) vollkommen parallelisiert. Um diesen Effekt zu erreichen, hat der Biograph sogar das fehlende Lebensende des Flamininus durch den Tod Hannibals ersetzt.

In dieser philologisch-historischen Kommentierung analysiert Paul Schrott die Intentionen und Methoden Plutarchs am Beispiel der Paarung Philopoimen – Flamininus. Besonders werden sein Umgang mit den historiographischen Quellen, sein pädagogisches Konzept und sein Selbstverständnis als Biograph beleuchtet. Vor allem der Vergleich mit historiographischen Quellen wie Polybios und Livius führt zu interessanten historischen und literarischen Erkenntnissen wie z.B. die kritische Analyse des von Plutarch geschaffenen philhellenen Images des Titus Quinctius Flamininus.

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