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Ulrike Brandt
Kommentar zu Epiktets ‚Encheiridion‘
 
Heidelberg: Universitätsverlag Winter 2015, 411 S. (= Wissenschaftliche Kommentare zu griechischen und lateinischen Schriftstellern), EUR 98.00

Entgegen der vorherrschenden Einschätzung, das ‚Encheiridion‘ sei eine zweitrangige Zusammenfassung der ‚Diatribai‘, begründet der vorliegende Kommentar die eigenständige Bedeutung des ‚Handbüchleins zur stoischen Moral‘, das als eines der ersten philosophischen Handbücher überhaupt gelten darf. In 53 Abschnitten bietet das ‚Encheiridion‘ zahlreiche charakterliche und seelische Übungen, um die stoische ‚ars vitae‘ zu vervollkommnen. Mit ausdrücklichem Verweis auf die sokratische Tradition der ἐπιμέλεια ἑαυτοῦ stellt Epiktet den richtigen Gebrauch der Vorstellungen und fortwährende Selbstüberprüfung in den Mittelpunkt seines psychagogischen Programms.

Der Kommentar ordnet das populärste Werk des kaiserzeitlichen Stoikers in den Gesamtzusammenhang des Denkens Epiktets ein und diskutiert dessen Positionen innerhalb des stoischen Schulsystems sowie in Hinsicht auf Vorläufer und zeitgenössische Anhänger konkurrierender Philosophenschulen. Unter Berücksichtigung der wichtigsten terminologischen und philosophiegeschichtlichen Debatten wird die eigentümliche Synthese von rhetorischer und argumentativer Darstellung erläutert, anhand deren das ‚Encheiridion‘ seine Wirkung als Übungsbuch zur charakterlichen Selbstbildung entfaltet.

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